Adventszeit ist Spendenzeit

Vorsicht Falle!

Spendenaktionen arbeiten immer mit demselben Trick: „Wenn du nicht spendest, darben deine Mitmenschen!“. Wir alle sollen uns nämlich ein bisschen mitverantwortlich fühlen, wenn es in „unserer Nachbarschaft“ soviel Not und Elend gibt. Unbekümmert darum, dass die jeweils angesprochene Armut eine zweckmäßig hergestellte ist, wird sie als eine quasi vom Himmel gefallene Naturwendigkeit vorgeführt, um dann die ganze Bevölkerung als Schicksalsgemeinschaft zu ihrer Linderung aufzurufen.

Damit wird der Grund, für das Elend weggelassen und die Schuld für das Elend denen zugesprochen, die dem Spendeneintreiber nicht ihre Geldbeutel öffnen: sie haben Hilfeleistung unterlassen!

Politiker und sonstige Prominenz profilieren sich zuvorderst als Gutmenschen, wenn sie vorbildlich spenden oder ganze Spendenaktionen ins Leben rufen und auf Weihnachtsmärkten Ramsch „für einen guten“ Zweck verkaufen. Unternehmen und Banken treten als Bekämpfer der Not auf, wenn sie vierstellige Summen auf Spendenkonten einzahlen. Und der normale Bürger erhält Gelegenheit sich mit seinem Scherflein dieser Reihe von Menschen, die guten Herzens sind, anzuschließen. So stehen dann diejenigen, die die Prinzipien marktwirtschaftlichen Wirtschaftens durchsetzen und garantieren und damit dauerhaft Armut ins Werk setzen, einerseits und ihre Manövriermasse – Lohnabhängige und sonstige Eigentumslose – andererseits, zusammen, um ungeachtet ihrer ökonomischen Gegensätze „Wir helfen“ zu spielen. Täter und Opfer sind im großen „Wir“ der mitleidigen Menschen vereint.

Wer das nicht widerlich findet sondern, von diesem Zirkus sein „Gewissen„ anrühren lässt, sitzt schon drin in der Falle des „Wir“!

Die kleine Spende des Normalverbrauchers, mag dem Notleidenden ein Bier finanzieren, das er sonst nicht gehabt hätte, belässt ihn aber, ebenso wie die große, grundsätzlich in seiner Not.

Es ist also ebenso blöd, wegen getätigter Spende ein gutes Gewissen zu haben, wie wegen nicht getätigter ein schlechtes. Wer sich am Elend (dem eigenen und/oder dem der lieben Mitmenschen stört), wird nicht umhin kommen, sich über dessen Gründe und den Weg zu ihrer Beseitigung ein paar Gedanken zu machen.

Deshalb: wenn schon spenden, dann richtig, nämlich an Leute, die genau das tun:

GEGENSTANDPUNKT Verlagsgesellschaft Konto: 204040-804 Postbank München BLZ 70010080

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.