Diskussion4

Vortrag mit Diskussion

Stuttgart
Donnerstag, 18.07.19, 19:30 Uhr
Altes Feuerwehrhaus Süd
Möhringer Str. 56, 1. OG
Nebeneingang
Haltestelle Erwin-Schoettle-Platz

USA vs. Venezuela

Imperialistische Lektionen in Sachen Öl, Souveränität und Geld


… in Sachen Öl:

Der überwiegende Teil der deutschen Massenmedien ist sich einig: In Venezuela hat eine grundfalsche Politik ein „eigentlich reiches Land“ in den Ruin getrieben. Ausgerechnet der Versuch von Chávez und seinem Nachfolger Maduro, das Land aus der Rolle des Öllieferanten für den amerikanisch dominierten Weltmarkt zu befreien und mit den Einnahmen aus dem Ölexport den Aufbau einer Wirtschaft zu finanzieren, die dem für die Ölwirtschaft überflüssigen Volk statt den Oligarchen des globalen Ölgeschäfts zugutekommt, soll das Volk verarmt und dem Land die „Zukunft“ geraubt haben.

In unserer Veranstaltung wollen wir begründen,

  • warum dieser Versuch, mit den Öleinnahmen Land und Volk aufzuhelfen gescheitert ist;
  • warum dieses Scheitern beweist, wie wenig „reich“ das Land mit den größten Ölreserven der Welt ist;
  • warum Öl kein Reichtum in seiner Hand ist, sondern allenfalls in den kapitalistischen Metropolen zu einem solchen wird;
  • warum nicht nur jeder Versuch einer Umwidmung der Einnahmen aus dem Ölexport in sich widersprüchlich ist, sondern von der Vormacht des Weltkapitalismus als Verbrechen definiert wird, das sie zum Scheitern verurteilt.

… in Sachen Souveränität:

Die deutsche Politik und die Öffentlichkeit sind sich einig: In Venezuela herrscht eine „korrupte“ Mannschaft, die nicht von der Macht lassen will. Deren Inhalt und Zweck soll deswegen gleich in gar nichts anderem als Unterdrückung bestehen. Weswegen auch die von Deutschland unterstützten Anstrengungen der USA, ihr diese Macht zu nehmen, im Prinzip in Ordnung gehen. „Korrupte“ Herrscher soll es auch in anderen Öl- und Rohstoffexportstaaten geben. Warum ist bei denen „Korruption“ kein Grund, sie zu stürzen?

In unserer Veranstaltung wollen wir erklären: Die USA sprechen der chavistischen Regierung die Legitimität ab. Das können sie, weil ihnen ihre Macht das Recht dazu gibt: Als Vormacht, die über den anderen Herrschaften steht, entscheidet sie darum auch über deren Recht und Unrecht. Die absolut und allgemein gültige Messlatte dafür ist der unbedingte Wille Amerikas, eine eigenmächtige Zweckentfremdung seines Dollars und Weltmarkts und den Kampf um nationale Eigenständigkeit gegen seine Vormachtrolle nicht zu dulden. Was für Lateinamerika heißt: Nationale Souveränität hat zusammenzufallen mit deren Diensten an den USA.

Ein Widerspruch, eine Zumutung für solche Länder? Sicher! Eine „unzulässige Einmischung“ der Weltmacht? Offenbar nicht, sondern eine Lektion darüber, wessen Mittel der Dollar und der kapitalistische Weltmarkt sind.

… in Sachen Geld:

Deswegen bestimmt Amerika, bei welchen Staaten der Verkauf ihrer Produkte auf dem Weltmarkt ein missbräuchlicher Zugriff auf seine Dollars ist. Und deswegen taugen Ausschluss von Dollar und Weltmarkt auch als Waffe der USA dafür, auf einem Regimewechsel zu bestehen und ihn herbeizuführen.

Einladungsflyer

Plakat

Handzettel